"Krieg ist Diebstahl an den Menschen"


Quelle: Hattersheimer Stadtanzeiger - Nov 23, 2006

Gedenkstunde zum Volkstrauertag mit Kranzniederlegung am Ehrenmal in Eddersheim

Bei der Gedenkstunde zum Volkstrauertag legten Erste Stadträtin Karin Schnick und der Vereinsringvorsitzende Dieter Freidhof je einen Kranz am Ehrenmal in der Bahnhofstraße in Eddersheim nieder.

HATTERSHEIM/EDDERSHEIM (ku) - Die Gedenkstunde anlässlich des Volkstrauertages wird jedes Jahr reihum in einem der drei Stadtteile anberaumt. Am Sonntag versammelten sich Bürgerinnen und Bürger zusammen mit Repräsentanten des Magistrats, der Parteien, Kirchen und Vereine am Ehrenmal in der Bahnhofstraße Eddersheim. Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren Hattersheim, Okriftel und Eddersheim hatten sich zur Mahnwache aufgestellt, der Liederkranz Eintracht Eddersheim umrahmte die Gedenkfeier musikalisch. "Meine Seele ist stille in dir", eine Vertonung nach Psalm 62 von Klaus Heizmann stimmte die Zuhörer ein.

Erste Stadträtin Karin Schnick erinnerte in ihrer Ansprache daran, dass der Volkstrauertag als zen┬Čtraler Gedenktag eine lange und bewegte Tradition hat; bereits 1924 veranstaltete der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (V dK) diese Feier zum Gedenken an die Millionen Toten des ersten Weltkrieges. Die vorübergehende Ablösung durch den "Heldengedenktag" in den Jahren 1934 bis 1945, der alljährlich im März stattfand, vermochte an der ursprünglichen Sinngebung des Volkstrauertages nur wenig zu ändern. Anfang der 50er Jahre wurde er in der damaligen Bundesrepublik.erneut eingeführt.

Schnick mahnte an, dass es heute mehr denn je Veranlassung gibt, nicht nur der Opfer zweier Weltkriege, sondern auch der Leidtragenden aller jetzt stattfindenden kriegerischen Auseinandersetzungen sowie der Opfer von Terror und Gewaltherrschaft in unserer Welt zu gedenken. Daran anknüpfend stellte sie die Frage, was wir tun können, um aktiv für den Frieden einzutreten. "Wir dürfen es nicht zulassen, dass Menschen auf Grund ihrer Religion, ihrer Hautfarbe, auf Grund einer Behinderung oder der sozialen Zugehörigkeit ihre Würde abgesprochen wird", rief die Rednerin aus. Gleichzeitig erinnerte sie daran, dass Hattersheim schon einmal, in den Jahren 1946 bis 1956, vielen Kriegsflüchtlingen und Heimatvertriebenen eine neue Heimat gegeben hat. Hieraus sollten wir lernen, mahnte sie. Es liege an jedem Einzelnen, ob durch Worte und Taten dem Fundamentalismus Nährboden gegeben wird.

Schnick schloss mit einem Zitat des 34. Präsidenten der USA und Oberbefehlshabers der Alliierten Streitkräfte während des Zweiten Weltkrieges, Dwight D. Eisenhower: "Jede Kanone, die gebaut wird, jedes Kriegsschiff, das vom Stapel gelassen wird, jede abgefeuerte Rakete bedeutet letztlich einen Diebstahl an denen, die hungern und. nichts zu essen bekommen, (an) denen, die frieren und keine Kleidung haben. Eine Welt unter Waffen verpulvert nicht nur Geld allein. Sie verpulvert auch den Schweiß ihrer Arbeiter, den Geist ihrer Wissenschaftler und die Hoffnung ihrer Kinder."

Nachdem die Sängerinnen und Sänger den irischen Segenswunsch "Möge die Straße uns zusammenführen" angestimmt hatten, wurden von der Ersten Stadträtin Schnick und dem Vorsitzenden des Vereinsrings Eddersheim, Dieter Freidhof, zwei Kränze niedergelegt, den Opfern der Kriege und der Gewalt gewidmet.

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